Neue Formate für die umweltfreundlichen Briefhüllen-Kollektion »Design RC«


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Unter dem Motto »Und was waren Sie im früheren Leben?« präsentierte die rugi Briefhüllen-Manufaktur im Herbst eine Kollektion verschiedener Briefhüllen aus dem Recycling-Papier »RC braun« der Firma Schoellershammer. Nun wurde die bereits umfangreiche Kollektion um weitere Formate erweitert. Neben den bisherigen Briefhüllen gibt es die Hüllen auch in weiteren Standardformaten wie DIN C6, DIN C5 und DIN C4 sowie im außergewöhnlichen 1/6 DIN Format 220 x 220 mm.

 

Das FSC-zertifizierte Material aus 100% Altpapier weist unregelmäßige Einschlüsse auf, durch die jede Hülle ein Unikat ist. Es hat als Naturpapier eine relativ raue Oberfläche und eine angenehme, warme Haptik. Das besondere Extra ist jedoch die unterschiedliche Farbigkeit auf beiden Seiten des Papiers: eine Seite ist braun, die andere grau.

 

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Diese Briefhüllen verbinden den Gedanken der Nachhaltigkeit mit dem eines natürlichen Designs. So eignen sich die Hüllen für die Geschäftsausstattung oder Mailings von Designbüros, Umwelt-Initiativen oder Hersteller von nachhaltigen Möbeln und Textilien. Die rugi-Produktreihe »Design RC« besteht nun aus Hüllen in sieben unterschiedlichen Formaten, mit und ohne Sichtfenster und in zwei Farben. Das verwendete Papier ist 100 g/qm schwer, die quadratischen und die DIN C4 Hüllen sind aus stärkerem Papier in 140 g/qm gefertigt. 

 

Alle 22 Umschlagsvarianten sind unbedruckt online im rugi-Webshop erhältlich. Weitere Formate sowie Veredelungen (Logoprägung etc.) fertigt die rugi Briefhüllen-Manufaktur gerne auf Anfrage.

 

Wer eigene Ideen aus dem Recyclingpapier verwirklichen will, kann über die rugi Briefhüllen-Manufaktur das Material auch als Planbogen in den Grammaturen 100, 140 und 350 g/qm erhalten, wobei der Karton ausschließlich in braun/braun lieferbar ist.



Neue Ausgabe des rugi manufakturbrief


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Die rugi Briefhüllen-Manufaktur hat nun die vierte Ausgabe des Informationsheftes »manufakturbrief« (PDF 1,3 MB) veröffentlicht. Neben der Vorstellung besonderer Hüllen und Designideen stellt der Hauptartikel »Von der grauen Maus zur grünen Hülle« einige grundlegende Informationen zu umweltfreundlichen Papieren vor. Dass zudem nicht nur hochweiße Papiere gerne eingesetzt werden, zeigt ein Artikel über Hüllen aus Natronpapier.

 

Peter Reichard

 

 

 

 



Material und Design im Studium – Interview mit Oliver Wehn


Hallo Oliver, du studierst an der HGK Basel, Visuelle Kommunikation, und hast als einer der ersten einen Kommentar auf der Papierbotschaft veröffentlicht. Darin sprichst du an, dass an der HGK schon früh der Aspekt des Materials als Teil des Design thematisiert wird. Kannst du kurz beschrieben wie diese Inhalte vermittelt werden.

 

Gibt es so etwas wie eine »Materialkunde« oder fließt es in die Projekte durch die Betreuung der Professoren und Dozenten ein?
Es gibt bei uns im Rahmen des Studiums der Visuellen Kommunikation nicht direkt ein Fach »Materialkunde«. Zwar werden im Rahmen des Gefäßes »Prepress» in den ersten beiden Semestern neben der Druckvorstufe selbst auch Druck- und Veredelungstechniken und die Rolle des Materials im Produktionsprozess thematisiert, aber das Gewicht liegt hier klar auf den technischen Aspekten.

Material aber eben nicht als Selbstzweck sondern als Teil des Designs zu betrachten, ist an sich jedoch nicht konkreter Gegenstand eines eigenen Unterrichtsgefäßes. Das findet sich eher in Form einer spürbaren Haltung, die durch die Dozenten direkt im Rahmen der Unterrichtsprojekte vermittelt wird. Es beginnt schon damit, dass Arbeiten, die für den Druck bestimmt sind, niemals am Monitor besprochen werden. Je weiter das Projekt fortschreitet, desto mehr wird darauf geachtet, dass die Simulation, anhand der Entscheidungen getroffen oder überprüft werden, möglichst viel über die Wirkung des Endprodukts verrät. Die Materialität und ihre Wechselwirkung mit den Inhalten, die sie transportiert, wird im Rahmen der Besprechungen ebenso stetig hinterfragt, wie Aspekte des Bildes oder der Typografie.
 

Daher gewöhnen sich die Studenten hier frühzeitig an z.B. mögliche Papiersorten bereits zu Beginn des Entwurfprozesses auszuwählen, zu testen und die Wirkungen der Materialität für ihre Ideen einzusetzen. Manches Mal entwickelt sich das ganze Potenzial eines gestalterischen Ansatzes sogar erst aus dem Material heraus. Die direkte Erfahrung, wie die Materialität die Wahrnehmung einer Arbeit beeinflussen und lenken kann, führt zwangsläufig zu einer großen Wertschätzung für die Möglichkeiten, die sich dem Gestalter über Papier und Druckveredelung eröffnen.

 

Aus welchem Grund empfindest du diese Herangehensweise für das Studium als wichtig und notwendig?
Ich persönlich halte die hiesige Herangehensweise für sehr gut. Von Beginn an aufzuzeigen, dass der Bildschirm so wenig über eine Arbeit aussagt, und im Prozess des Entwurfs die Materialität ganz selbstverständlich als Teil der Gestaltung zu behandeln, führt meiner Erfahrung nach zur Etablierung eines entsprechenden Bewusstseins, das es dem Studenten erlaubt, weit über das Grafik-Design hinaus zu denken. Man entwickelt eine Vorstellung, in der Material genauso ein Werkzeug der Kommunikation darstellt, wie eben Bild und Typografie. Deswegen halte ich die Vermittlung des bewussten Umgangs mit Material für ein zwingendes Element einer jeden gestalterischen Ausbildung.

 

Kannst du uns kurz von einem konkreten Projekten etwas berichten bzw. auch zeigen, worin sich dies widerspiegelt?
Im Rahmen der Vertiefung »Typografie« haben wir begleitet von unserer Dozentin Marion Fink Konzepte für ein Jahrbuch des Theater Basel entwickelt. Dabei sind wir vom bestehenden, jährlich vom Theater publizierten Format ausgegangen. Allein oder in Zweiergruppen haben wir je einen Dummy ausgearbeitet. Das Ergebnis waren 17 sehr unterschiedliche Ideen, die mit den diversen Anforderungen wie der Integration einer DVD ganz unterschiedlich umgingen.

 

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Das Konzept meiner Mitstudenten Julia Kaltenbach und Thomas Lehner beispielsweise, das kürzlich auch vom TDC ausgezeichnet wurde, überführt das Jahrbuch in eine Form, die formal an einen klassischen Romanband erinnert. Ihre Idee, das Theater »inside out« zu kehren, also einen Blick ins Innere zu gestatten, fand ihre Formulierung darin, dass der leinenbezogene Einband, der auch die DVD trägt, in der Mitte des Buches liegt. Der Buchblock ist gesplittet, was es erlaubt, sich durch die zwei Teile, Saisonvorschau und Service, sozusagen aus dem Innern nach außen zu lesen. Ein Focus Book von 80g/m2 und 2cm3/g Volumen fand hier Verwendung und unterstützt mit seiner gelblichen Färbung und der leicht porös wirkenden Oberfläche den Eindruck einer altgewohnten Form, die in irritierender Weise gebrochen wird. Weitere Infos zum Projekt.

 

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In Zusammenarbeit mit Jan Wächter  gestaltete ich einen Ansatz, der die bisherige Form der Publikation über den reinen Ausblick auf die kommende Saison hinaus erweitern sollte. Wir wollten das Jahrbuch als Schnittpunkt zwischen der vergangenen und der kommenden Saison interpretieren. Daher integrierten wir einen Rückblick auf Aufführungen, Ereignisse und Entwicklungen im Kontext des Theaters in das Buch, der sich parallel zu den gewohnten Inhalten vermitteln, aber – um Irritation zu vermeiden – dennoch klar diesen abgrenzen sollte. Dies geschah durch das Einbringen des Rückblicks über schmale eingebundene Einleger, die sich zusätzlich durch Leserichtung und Materialität abgrenzten. Eine Kombination aus Munken Print White von 115g/m2 bei 1.5-fachem Volumen und Lettura 72 bei 80g/m2 machten die Ebenen deutlich unterscheidbar. Das Umweltpapier sorgte für einen farblichen Kontrast und unterstrich den dokumentarischen Charakter des Informationsmaterials durch die Anmutung von herausgetrennten Zeitungsspalten. Weitere Infos zum Projekt.

 

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Auch in freieren Projekten, die teils über die Grenzen der Hochschule hinaus ihre Fortsetzung finden, schlägt sich die Leidenschaft für das Material natürlich nieder. Wo es die Rahmenbedingungen zulassen, kosten wir die Möglichkeiten zum Experiment aus, wie z.B. bei der noch andauernden Entwicklung des Corporate Designs für die Schweizer Kleinbrauerei LägereBräu, an der ich mit meinen Kollegen Thomas Lehner und Jacob Kadrmas derzeit arbeite. Gerade wenn in derlei Projekten der Kostenfaktor hinzukommt, merkt man, dass es nicht zwangsläufig ausgefallener Materialien bedarf, um ein Produkt erheblich aufzuwerten, sondern oft einfach eines bewussten Umgangs mit dem Gegebenen. Das Studium hat meine Perspektive in dieser Hinsicht extrem geprägt.

Vielen Dank für das Interview!