Interview:Der MfG-Award betont die Stärken von Print


podobinsky

 

Es geht um das Zusammenspiel von Idee, Design, Produktion und Nutzen – auch in der neuen Kategorie „Individualität“. Noch bis zum 16. August 2013 können Designer, Druckspezialisten und ihre Auftraggeber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Nachwuchsdesigner und Aus-zubildende ihre besten Druckerzeugnisse zum MfG-Award des Bundesverbandes Druck und Medien einreichen. Die 2012 durch Thilo von Debschitz initiierte Neuausrichtung des Wettbewerbs mit ihren neuartigen Kategorien „Emotion“, „Raffinesse“, Vereinfachung“, „Umweltbewusstsein“ und „Debüt“ war ein voller Erfolg. Vor allem die Arbeiten der „Debütanten“ haben die Jury begeistert. Dieses Jahr ist eine weitere Sachgruppe hinzugekommen: „Individualität“. Auch die Jury ist teilweise neu besetzt.

Über den aktuellen Stand sprach Silvia Werfel mit der amtierenden Juryvorsitzenden Stephanie Podobinski.

 

Frau Podobinski, die Kategorien „Raffinesse“ und „Emotion“ kamen vergangenes Jahr besonders gut an. Hier gab es besonders viele Einreichungen und eine durchweg hohe Qualität zu verzeichnen. Kann man hier kreativer sein als in den anderen Sparten?

Bei „Raffinesse“ geht es naturgemäß um Außergewöhnliches – um ungewohnte Forma-te, Materialien, um ausgetüftelte Falztechnik oder innovative Veredelung. Das ist ein ideales Spielfeld für Kreative. Ob Briefbogen mit Origamikunst, opulente Einladungskar-ten oder effektvolles Pop-up-Buch – die unterschiedlichsten Drucksachen kann man raffiniert aufwerten – und das nicht nur physisch, sondern auch durch eigenartige, un-gewöhnliche Gestaltungsideen. Für die Kategorie „Emotion“ gibt es eine ähnliche Band-breite. Ob Werbung, Plakat oder Geschäftsbericht – man erreicht die Menschen am besten, wenn man ihr Herz berührt, mit guten Geschichten und überraschenden Insze-nierungen.

 

In den Sparten „Umweltbewusstsein“ und „Vereinfachung“ war die Beteiligung ein wenig mau. Worum geht es genau bei diesen Kategorien?

Nachhaltig zu produzieren, ist das Gebot der Stunde. Hier geht es also um Ideen für den umweltbewussten Umgang mit Ressourcen. Ausgezeichnet werden Drucksachen, die Recycling- oder wenigstens zertifizierte Papiere verwenden, die möglichst wenig Che-mie einsetzen und Energie und Material sparen – wie zum Beispiel der Produktkatalog, der auf gestrichenes Papier verzichtet; das Mailing, das mit einer Seite auskommt und trotzdem überzeugt; die Verpackung, die gleichzeitig das Produkt ist, etc. Das wäre beim MfG-Award unter dem Stichwort „Umweltbewusstsein“ einzureichen. Aber auch in dieser Kategorie erwarten wir Arbeiten, die erst durch das perfekte Zusammenspiel von Idee, Gestaltung und Umsetzung, Auszeichnungswürdigkeit erlangen. Alleine die Entscheidung für Recyclingmaterialien macht eine Arbeit noch nicht besonders. Für die Kategorie „Vereinfachung“ gilt: Wenn mich ein kluger Faltplan, ein klar strukturiertes Formular oder eine gelungene Gebrauchsanweisung zielsicher durch komplizierte Sachverhalte führt, dann ist das womöglich preiswürdig.

 

Was hat es mit der neuen Kategorie „Individualität“ auf sich?

Ausgezeichnet werden hier Drucksachen, die in hohem Maße Nutzer-orientiert konzi-piert sind – zum Beispiel Directmails mit individueller Ansprache, handschriftlich personalisierte Einladungen oder Kleinstauflagen. Print kann ein sehr persönliches Medium sein. Gerade der Digitaldruck bringt in Kombination mit anderen Druckverfahren überzeugende, werbewirkungsstarke Druckprodukte zu Stande.

 

Zur Jury: Sie haben einige neue Juroren mit an Bord …

Ja, neu sind die Gestalter Andreas Karl aus Wien, Andreas Koop aus dem Allgäu und Hendrik Heidenreich aus Bünde – alle herausragende Experten ihres Faches. Andreas Karl ist mit über fünfzig Arbeiten im amerikanischen Jahrbuch der besten Markenzeichen »LogoLounge 4« vertreten und bringt Erfahrung aus mehreren internationalen Designjurys mit. Die stets nach ökologischen Gesichtspunkten gestalteten Arbeiten von Andreas Koop, der übrigens auch sehr amüsante, fachkundige Vorträge hält, wurden vielfach national und international ausgezeichnet. Gleiches gilt für Hendrik Heidenreich und sein Unternehmen Heidenreich Print, das auf Premium-Druckprodukte und den kreativen Einsatz von Veredelungstechniken spezialisiert ist. Domic Brighton kommt für Bettina Schulz von der Zeitschrift novum. Das sind die neuen Gesichter in der Jury, zu der ansonsten Thilo von Debschitz und Jörg Waldschütz aus Wiesbaden, Detlef Westenberger aus Kriftel, Ivica Maksimovic aus Saarbrücken, Jean Jacques Schaffner aus Basel und Armin Lindauer aus Mannheim zählen. Alles ganz fabelhafte, integre Persönlichkeiten, die die Qualität des MfG-Award sicherstellen. Wessen Arbeit von dieser Jury ins Finale gehoben wird, der darf sich wirklich auf die Schulter klopfen!

 

Steht der Termin für die Preisverleihung schon fest?

Ja, die Preise werden diesmal am Donnerstag, dem 10. Oktober, während der Frankfurter Buchmesse verliehen. Wie immer gibt es auch ein Rahmenprogramm. Ort der Preis-verleihung ist die Bühne des Forum Verlagsherstellung in Halle 4.0 auf dem Messegelände.

 

Stichwort Teilnahmegebühren: Im Reigen der Designwettbewerbe hebt sich der MfG-Award bewusst ab.

Ja, im positiven Sinne. Wir wollen besonders auch kleineren Agenturen, Freelancern, Gründern und insbesondere dem Nachwuchs die Möglichkeit zur Teilnahme ermöglichen. Deswegen ist mir der MfG-Award so sympathisch, aus diesem Grund engagiere ich mich dort auch. Mit 125 Euro für eine Einzelarbeit ist man dabei oder mit einmalig 175 Euro für eine mehrteilige Serie. Studierende bezahlen 25 Euro. Weitere Kosten fallen nicht an, ganz egal, ob jemand gewinnt oder nicht, auch nicht für die Broschüre mit den Preisträgerarbeiten. Deshalb findet man auf den Teilnehmerlisten der zurück-liegenden MfG-Awards nicht nur die Namen bekannter großer Designbüros, sondern auch Einzelpersonen und kleine Agenturen. Also mitmachen!

 

Frau Podobinski, vielen Dank für das Gespräch!
Informationen und Anmeldung unter www.mfg-award.de

 

 



METAPAPER stellt Nachhaltigkeitsprogramm vor


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Vor kurzem war ich noch auf der informativen Roadshow von Metapaper in Frankfurt. Dort wurde schon das Konzept ihrer nachhaltigkeit, das über das aufdrucken von FSC-Labels etc. hinausgeht.
Sie nennen ihr eignes Nachhaltigkeitsprogramm Green Resposibility. Dazu gehört, dass bereits seit Ende Oktober die gestrichenen Papiere ecoSILK und ecoGLOSS klimaneutral verfügbar sind. Bis spätestens Ende November werden alle Papiersorten klimaneutral gestellt. Den Schritt klimaneutrale Produkte anzubieten sieht Axel Scheufelen, Gründer und Geschäftsführer von METAPAPER, als ein absolutes Mindestengagement an: »Weniger geht nicht. Klimaneutralität ist die neue Währung der ökologischen Nachhaltigkeit und unser Handeln reflektiert nicht mehr als ein Mindestmass an Verantwortung, die wir übernehmen müssen.«

 

Green Resposibility ist ein integriertes  Nachhaltigkeitsprogramm, das – aufbauend auf dem Mindestengagement von Klimaneutralität – folgende Dimensionen umfasst:

  • Alle Metapaper Papiere stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft und sind entweder FSC oder PEFC- zertifiziert oder bestehen aus Recyclingmaterial
  • Metapaper agiert aktiv im Klimaschutz über den Verein Click-for-Climate und unterstützt verschiedene Klimaschutzprojekte mit sozialer und ökologischer Ausrichtung. Die Idee: Pro bedrucktem A4 Blatt wird ein Gramm CO2 in einem oder mehreren Klimaschutzprojekten vermieden
  • Die Papiere werden soweit wie möglich mit regenerativen Energien produziert, momentan sind das 74,66%
  • Auf eine Zusammenarbeit mit indonesischen und chinesischen Papierlieferanten wird verzichtet
  • Metapaper arbeitet mit transparenten Preisen, die allen Beteiligten Investitionen in die Zukunft ermöglichen.

Von dem aktuellen Verständnis von Nachhaltigkeit im Markt zeigt sich METAPAPER enttäuscht. Axel Scheufelen: »Nachhaltigkeit findet meist dann statt, wenn Papierfabriken die Initative ergreifen und Ihre Produkte zertifizieren lassen. Oft wird zudem Nachhaltigkeit mit dem Einsatz von einzelnen Ökolabels gleichgesetzt.« »Für uns ist es dageggen wichtig, dass wir selber Verantwortung übernehmen und nicht anderen überlassen« so Olaf Stein, Gründer und Kreativdirektor von METAPAPER. »Klimaneutralität ist aus unserer Sicht ein Mindeststandard. Mit Click-for-Climate unterstützen wir reale, nachvollziehbare, ökologische und soziale Projekte. Das macht für uns Sinn. An Industrieunternehmen und deren Agenturen und Druckpartnern können wir nur appellieren« so Olaf Stein, »sich alle Dimensionen der Nachhaltigkeit anzuschauen und entsprechend zu entscheiden und nicht nur auf einzelne Teilbereiche zu setzen.«
 



VIVUS: Berberich-Kollektion nachhaltiger Papiere


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Berberich hat unter VIVUS nachhaltig produzierte Produkte gepackt, die mit verschiedenen Umweltlabels wie Blauer Engel, FSC®, CO2-neutral oder EU Ecolabel ausgezeichnet sind. Nachhaltigkeit heißt, sozial und ökologisch verantwortlich zu wirtschaften. Dieser Aspekt ist ein wichtiger Bestandteil unternehmerischen Handelns.

 

Die qualitativ hochwertigen gestrichenen, weißen Papiere räumen mit dem Mausgrau-Image von Recyclingprodukten auf: Sie sind ausdrucksstark und überzeugen durch ihre Weiße und Helligkeit. Die Produktpalette bietet für jedes Druckprodukt das passende Papier und eignet sich für Imagebroschüren, Jahresberichte, Kataloge, Periodikas, Zeitungsbeilagen, Flyer, Wahlzettel, Register, Mappen oder Einbände. Das Sortiment umfasst VIVUS 60 lettura, VIVUS 72 lettura, VIVUS 80 lettura, VIVUS 89 mundoplus, VIVUS 103 impact, VIVUS color impact color, VIVUS volume, VIVUS matt reprint de luxe, VIVUS silk und VIVUS board.
Berberich bietet die VIVUS-Musterkollektion in einem praktischen Ringbuchordner an. Interessenten können diesen gegen eine Schutzgebühr von 20 Euro unter vivus@berberich.de anfordern.



Notizbuch »to Cover 3«


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Die drei »to-cover3«-Notizbücher sind nun vergeben. Wer keine Benachrichtigung bekommen hat, muss entweder bis zur nächsten Aktion warten oder sich die Ausgabe kaufen.

to cover Vol. 3 bietet eine fundierte Einführung in den Themenkomplex nachhaltiges Denken und Handeln und unterstreicht damit den Anspruch, für den peyer graphic als Unternehmen steht: Alle Produkte sind grundsätzlich umweltfreundlich und das Unternehmen ist FSC-zertifiziert. Das Büchlein selbst wurde produziert mit der FSC-zertifizierten Papierlinie SURBALIN.

Aus mehr als 100 Farben und elf Oberflächendesigns ergeben sich unendlich viele Variationsmöglichkeiten. Verpackt ist »to cover Vol. 3« in einer Schachtel, die aus zwei Farben im neuen Sandwichverfahren produziert wurde. Dafür lassen sich alle Farben und Prägungen aus der Papierlinie miteinander kombinieren.

 

 

Und wer so lange nicht warten mag oder sein Glück nicht heruasfordern möchte kann dieses und auch das dritte Notizbuch aus der Reihe auch kaufen. Das Design stammt jeweils von der Agentur JUNO aus Hamburg.



Vida Paper Design Award 2010 – Die Gewinner (Teil 1)


Im Rahmen der AGD-Jahrestagung in Mühlhausen wurden die Gewinner des VIDA Paper Design Awards 2010 powered by Premium Papers & Media bekannt gegeben. Der VIDA Paper Design Award fand bereits zum vierten Mal statt.

Designer, Designagenturen sowie Studierende aller Designbereiche aus ganz Deutschland und darüber hinaus waren erneut dazu aufgerufen, ihre auf ungestrichenen Papieren gedruckten Arbeiten einzureichen und ihre Fähigkeiten von einer hochkarätig besetzten Jury messen und prüfen zu lassen. Die Jury setzte sich aus den AGD-Mitgliedern Sybs Bauer, Dorothea Hess, Dr. Aladdin Jokhosha, Prof. Gertrud Nolte und Prof. Kurt Weidemann zusammen. Neu dabei war Boris Kochan, der 1. Vorsitzende der Typografischen Gesellschaft, München und Fredrik Kihlberg von VIDA Paper.

 

Die ausgeglichene Ökobilanz und die für jedes VIDA-Papier geltende PEFC-Zertifizierung sowie die allgemeine Bedeutung des Themas haben den Anlass gegeben als Spezialkategorie »Nachhaltigkeit« einzubinden. VIDA Paper lobte ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro aus. Die eingereichten Ergebnisse und Gewinner zeigen, wie weit das Spektrum an Möglichkeiten mit dem herrlichen Rohstoff Papier ist. Es wurden insgesamt acht Arbeiten ausgezeichnet.

 

Der Höhepunkt des Abends war die Laudatio und das Überreichen der Preise in der versammelten Runde der Mitglieder des AGDs im neuen Domizil der AGD-Jahresversammlung, dem Puschkinhaus in Mühlhausen/Thüringen. In jeder Kategorie gab es einen oder zwei Gewinner.


Kategorie Zeitschriften/Folder/Broschüren

Es wurden zwei absolut gleichwertige Arbeiten ausgezeichnet.

 

Care affair # 5 Sport Projektbroschüre
Von Studio Jens Mennicke Visuelle Kommunikation.

 

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Die Broschüre überzeugte in der konzeptionellen Gesamtheit. Alle Details sind von hoher Einzelqualität und korrespondieren hervorragend miteinander. Die Bilder sind ungeheuer fokussiert und sympathisch und richtig dem Druck auf ungestrichenem Papier angepasst. Schriftwahl und Satzspiegel erleichtern den Zugang und die Verarbeitung der gesamten Broschüre ist sauber und professionell.
 

Respekt »Heidelberger Druckmaschinen« Imagewerbung
Von „Freie Radikale“ Paul Wagner, Karlheinz Müller

 

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Eine grandiose Werbung für einen Druckmaschinenhersteller in dem nicht ein einziges gedrucktes Wort erscheint. Hochintelligent beschreibt der Text die Vorzüge des Druckmaschinenherstellers aus der Sicht des Respekts vor dem Rohstoff Papier. Die Präzision und Verarbeitung wird durch Worte beschrieben, die hauchfein in das Papier gelasert wurden. Diese Art von Imagewerbung ist selbstbewusst und beeindruckend zumal man förmlich das Drucken riecht. Selten, dass das Medium Papier so selbstbewusst eingesetzt wird.

 

Kategorie Bücher/Geschäftsberichte
 

»10 years foundation Lindau – Nobelprizewinners meetings at Lake Constance«
Von Unimak, Heike Klöpper

Das Buch zeigt konzeptionell genau das was Nobelpreisgewinner ausmacht. Sie arbeiten mit Einsatz und für das Gute und nehmen sich selbst zurück. Genau das macht das Buchlayout auch. Konsequent, ruhig aber auch eigenständige unverbrauchte Typografie, Reduktion der Farben auf schwarz plus Sonderfarbe bewirken eine zurückhaltende Aufwertung mit Charakter. Lediglich die Fotos sind zu bemängeln, da sie nicht genügend einem Naturpapier angepasst wurden. Aber dies ist ja vielleicht so beabsichtigt.

 

»Das Buch über Hofhäuser«
Bildband über ein Architekturprojekt von David Chipperfield
Von Gute Gestaltung, Ute Zscharnt, Rolf Klöden

 

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Dieses Buch ist ein Paradebeispiel für gute Fotografie und die perfekte Anpassung an ein Naturpapier mit den richtigen stützenden Sonderfarben. Der ausgezeichnete Druck und die Papierhaptik sorgen dafür, dass die Abbildungen zum Leben erwachen und vom Projekt erzählen. Lediglich das typografische Konzept ist nicht so perfekt mit dem Projekt abgestimmt war. Dennoch: Eine sehr gute, saubere Arbeit und ein wahres Statement für den Einsatz von Naturpapier.

 

Kategorie Geschäftspapierausstattungen

 

Stilwelt Führungsberatung
Von Polarsternmedia, Christiane Schäffner, Selina Eugster

 

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Die Geschäftspapierausstattung „Stilwelt“ hat eine feine Prägung und eine klassisch sauber gesetzte Typografie. Es fehlt ein wenig die Innovation um dieser Geschäftspapierausstattung das gewisse „Mehr“ zu geben, aber sie hat die höchste Qualität aller eingesendeten Geschäftspapierausstattungen.

 

Fotos: Andrea Lösch und Markus Galla



Media Mundo – 2. Kongress für nachhaltige Medienproduktion


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Im Rahmen der postprint berlin veranstaltet der Fachverband Medienproduktioner (f:mp.) am 5. und 6. Mai in Kooperation mit der Messe Berlin, ClimatePartner und zahlreichen Partnern aus der Industrie den »2. Media Mundo – Kongress für nachhaltige Medienproduktion« im Palais am Funkturm auf dem Messegelände Berlin.
 

Die Themen »Nachhaltige Medienproduktion«, »Klimaschutz in der Grafischen Industrie« und »Klimafreundliche Drucksachen« bedürfen sowohl in der Kommunikationsindustrie als auch bei Kunden und Auftraggebern einer umfassenden Aufklärung.
 

Das Engagement für Nachhaltigkeit in der Produktion von Medien bietet gleich in doppelter Hinsicht einen Mehrwert: Einerseits gewinnen Unternehmen durch Investitionen in Klimaschutz ein wirksames Argument für die Kommunikation mit Kunden und Investoren. Andererseits werden durch die konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien auch Produktions- und Kostenvorteile realisiert. Diese entstehen durch effektivere Workflows, effizientere Technologie und die Reduktion von Emissionen, Energie und Verbrauchsstoffen.

 

Green Business 2010
In der Keynote des 2. Kongress für nachhaltige Medienproduktion erläutert Prof. Stefan Rahmstorf das »1 x 1 der Klimakrise«. Der renommierte Ozeonograph erforscht am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vor allem die Rolle der Meeresströmungen bei Klimaänderungen. Prof. Stefan Rahmstorf ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) und in der Academia Europaea. Er ist zudem einer der Leitautoren des 4. IPCC-Berichts.
 

Im Rahmen des Kongresses wird neben der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der nachhaltigen Medienproduktion in Deutschland dann auch die Frage beleuchtet, was die Auftraggeber der Drucksachen von Agenturen und Druckereien erwarten. In diesem Zusammenhang werden Strategien vorgestellt, durch welche die nachhaltige Medienproduktion zum Innovationsmotor der grafischen Industrie avancieren kann. Ebenfalls auf der Agenda stehen der geschickte Umgang mit Energie und die Betrachtung des Bedruckstoffs als Einflussfaktor.

 

Fragen, die der Kongress beantwortet:
• Wo geht die Reise hin?
• Wie können Unternehmen, die sich bereits engagieren, weiterhin auf dem aktuellen Stand bleiben?
• Welche Erfahrungen gibt es in anderen Branchen?
• Wie kann gemeinsam etwas bewegt werden?

 

Infos für die Teilnahme
Der f:mp. verfügt als Verband zusammen mit seinem Netzwerk aus Partnern und Fördermitgliedern über fundierte, praxisnahe Erfahrungen im Bereich klimaneutraler Medienproduktion und in der erfolgreichen Umsetzung nachhaltiger Geschäftsstrategien.
 

Für die Kongressteilnahme an beiden Veranstaltungstagen fallen 550 Euro an. Darin enthalten sind eine Dauerkarte für die postprint berlin für alle drei Messetage im Wert von 50 Euro sowie die Teilnahme an der Abendveranstaltung des ersten Kongresstages.
Verbandsmitglieder des AGD, BDG, CTVA, FCP, IRD, VSD sowie IPR zahlen eine verminderte Teilnahmegebühr von 450 Euro. Mitglieder des f:mp. und ClimatePartner-Druckereien besuchen den Kongress für 320 Euro.
Für Schnellentschlossene gibt es bis zum 25. März 2010 einen Frühbucherrabatt von 10%.
 

Nimmt mehr als eine Person aus einem Unternehmen an der Veranstaltung teil, profitieren der zweite und jeder weitere Teilnehmer desselben Unternehmens von einem zusätzlichen Rabatt von 15 %. Die genannten Preise beinhalten keine Übernachtungen.
 

Infos und Anmeldung: http://www.mediamundo.biz/kongress/kongress2010/



Umwelt-Druck-Report von »Druckbesser«


 

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Im Juni berichteten wir bereits über die Umfrage des Portals »Druckbesser« über Wissen über und Akzeptanz von klimaneutral und ökologisch korrekt produzierten Drucksachen. Die Ergebnise sind nun im Umwelt-Druck-Report zusammen gefasst worden. Neben den Umfrageergebnisse gibt es noch eine vielzahl von Artikeln rund um das Thema.

 

Unter dem Motto »Aufklärung für mehr Bewusstsein« soll dieser umfassende Report Drucksacheneinkäufer zu mehr Eigeninitiative motivieren und über die wichtigsten Prozesse, Zertifikate und Labels der Druckbranche aufklären. Druckdienstleister können sich erstmals durch den Report und insbesondere durch die Ergebnisse der Umfrage an konkreten Informationen orientieren. Der Report ist kostenlos als ebook verfügbar und eine Weiterverbreitung ist ausdrücklich erwünscht.

 

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»Druckreif – Grün Drucken« am 1. Oktober


image Einladung von come closer zum Vortrag »Druckreif – Grün Drucken« mit der Kommunikationsdesignerin und Pionierin nachhaltiger Druckproduktion Dipl. Des. Dorothea Hess.

»Grün drucken ist der erste Schritt sich im eigenen Büro neu und nachhaltig für einen verantwortlichen Umgang mit Ressourcen zu entscheiden. Beispielsweise verbrauchen wir in Deutschland durchschnittlich 236 kg Papier pro Jahr! Dies entspricht etwa der Papiermenge eines Harry Potter Buches pro Tag. Deutschland gehört mit 275 000 Tonnen zu dem größten Einzelmarkt für Druckfarben und –Hilfsmittel in Europa und verbraucht heute mehr Papier als der afrikanische und der südamerikanische Kontinent zusammen.

Dorothea Hess ist Expertin in der Entwicklung und Anwendung von konsequent ökologischen Druckfarben und der geeignet zertifizierten Papiere. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen und ist seit 2007 als Dozentin an der Akademie für ökologisches Design ‚ecosign’ in Köln tätig.«
 
Die Lecture Serie  ‚come closer’ findet im Vortragssaal des Museums für Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt statt. Einlass 19.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Eintritt 5,– Euro, Studentenpreis 2,50 Euro. Anmeldungen bitte über die Website www.come-closer.net



Packender Umweltschutz – IMPACT von Berberich


impactDas Thema Umweltschutz in der Druckproduktion boomt und so entsteht eine immer größere Range an Bedruckstoffen, die eine nachhaltige Druckproduktion unterstützen. Und dadurch hat auch Umweltschutzpapier sein trist-graues, fades Image abgelegen können. Denn es geht auch attraktiv mit hohem Weißegrad und angenehmer Haptik.

Das umweltfreundliche Papier IMPACT – im Vertrieb von Berberich Papier – besteht zu 100 Prozent aus Altpapier und ist optisch nicht von einem Frischfaserpapier zu unterscheiden. Berberich Papier vertreibt ab sofort exklusiv in Deutschland das klimaneutral produzierte Recycling-Papier und bietet IMPACT in sechs Grammaturen von 80 g/m2 bis 250 g/m2 an.

 

Berberich Papier beschreibt in der Pressemitteilung – mir liegt noch kein Muster vor – sein Papier wie folgt:

»Das CO2-neutrale IMPACT überzeugt durch seine Qualität. Komplett stippenfrei beinhaltet es keine Faserrückstände oder Verunreinigungen. Durch seine hohe Weiße (CIE 140) muss es den Vergleich mit Frischfaserpapieren nicht scheuen. Das Papier ist altersbeständig, bietet eine hohe Opazität und ist masse- und oberflächengeleimt, wodurch es für Druck- und Laseranwendungen optimale Voraussetzungen bietet. IMPACT eignet sich hervorragend für repräsentative Anwendungen wie etwa Geschäftsberichte oder andere nachhaltige Druckerzeugnisse. Mustermappen können ab sofort beim Heilbronner Papiergroßhändler angefordert werden. Das Öko-Papier fertigt Lenzing Papier in seinem Traditionswerk in Oberösterreich, das nach den ISO-Normen 9001, 14001 sowie 18001-OHSAS zertifiziert ist. Um als ›klimaneutrales Papier‹ zertifiziert zu werden, muss der Hersteller die produzierte unvermeidbare CO2-Menge ausgleichen.

Lenzing Papier fördert kontrollierte, international anerkannte Emissions-Reduktionsprojekte und lässt sich von ClimatePartner, einem unabhängigen Unternehmen, auditieren. IMPACT wird überwiegend aus Altpapier aus dem regionalen Umkreis hergestellt und es wird Wert auf kurze, moderate Transportwege gelegt. Mit einem extrem niedrigen CO2-Gesamtaufkommen von nur 189 kg pro Tonne fällt das

Papier in die beste Kategorie A der ClimatePartner-Emissionsklassen für graphische Papiere.«

 

Peter Reichard



Nachhaltige Printproduktion – Interview mit Rüdiger Maaß, Geschäftsführer des Fachverband Medienproduktioner e.V.


Ich hatte jetzt die Möglichkeit mit Rüdiger Maaß ein kurzes Interview über Fragen der Nachhaltigkeit in der Printproduktion und die maassAzeptanz bzw. Nichtakzeptanz in der Branche zu führen.

Rüdiger Maaß ist seit 1998 als Geschäftsführer des Fachverband Medienproduktioner e.V. tätig. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er erfolgreich als Networker, Fachreferent und Moderator für die Kommunikations-industrie. Er arbeitet seit vielen Jahren als Fachjournalist in der grafischen Industrie. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Chefredakteur der Druckfachzeitschrift Print&Produktion startete er im April 2004 als Herausgeber und Chefredakteur die Kommunikationsplattform »VALUE – Das Magazin für Medienproduktion und Unternehmens-kommunikation«. In dieser Funktion war er bis Anfang 2007 tätig. Seit Februar 2007 ist er neben seiner Geschäftsführertätigkeit beim f:mp. als Unternehmens-, Marketing- und PR-Berater tätig.

 

Warum sollten Medienproduktioner oder auch Designer sich dieser Frage beschäftigen?
Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind keine Trend- oder Hyper-Themen – es sind Themen, die uns nie wieder loslassen und die neue gesellschaftliche Ausprägung in Richtung immaterieller Individualnutzen maßgeblich prägen. Die Zeit des unbewussten Massenkonsums ist vorbei – wir werden in Zukunft sicher bewusster leben, bewusster handeln und bewusster einkaufen. Diese Ausrichtung zeichnet sich schon heute ab – deutlich wird das bei der LOHAS-Zielgruppe, die schnell wächst.
Natürlich haben wir im Umfeld der Medienproduktion – also im gesamten Prozess der Mediengestehung eine maßgebliche Verantwortung für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Wir haben jetzt dich Chance das Thema freiwillig zu besetzen und proaktiv in unsere Geschäftsmodelle aufzunehmen. Natürlich haben wir auch jetzt noch die Möglichkeit das Thema mit zu definieren und zu entwickeln. Das finde ich eine tolle Chance. Das betrifft nicht nur die CO2-Vermeidungs- und Reduzierungsberatung, sondern auch die Definition eines neuen Umgangs miteinander. So z.B. den vertrauensvollen Umgang mit Leistungspartnern und deren Wertschätzung. Das schafft Arbeitsplätze, sichert erfolgreiche Geschäftsmodelle und und ist definitiv nicht nur auf den Preiseinkauf ausgerichtet. Nebenbei bemerkt schafft das auch mehr Qualität in der Printkommunikation, denn dadurch wird das Dienstleister-Hopping eingedämmt und wir sprechend wieder über andere Werte und Wertschöpfung in der Medienproduktion.

 

Wie kann man sich am besten selbst einen Überblick verschaffen? Denn allein die unterschiedlichen Zertifizierungen bei Papieren schaffen meist neue Fragen.
Das kann ich gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt, ist das Thema noch ganz am Anfang. Wir sind gerade dabei einige Definitionen aufzustellen und wollen damit einen Weg aufzeigen. Hier schätzen wir uns glücklich, dass wir starke Netzwerkpartner wie den WWF, FSC, ClimatePartner, die IPR, VDMA und andere wichtige Institutionen zur Seite haben. Das Thema können wir nur erfolgreich umsetzen, wenn wir Perspektiven und Ziele definieren, das machen wir gerade. Für einen Interessenten zum Thema ist eine Google-Recherche z.B. mehr als überflüssig, denn der Informations-Overflow ist gigantisch – es fehlt die Bewertung der Information. Mit der neuen Branchenplattform Media Mundo haben wir begonnen eine zentrale Informationsplattform zu schaffen – die wird weiter ausgebaut. Jeder der sich einbringen will, kann z.B. unseren neuen Media Mundo-Blog besuchen und bekommt sicher Hilfe und Antworten.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass man im Umfeld der Nachhaltigen Medienproduktion Entscheidungen trifft. Man braucht eine Strategie und diese verlangt Entscheidungen. So ist z.B. unsere Papierempfehlung eine klare Entscheidung für die besten Labels in diesem Umfeld. Recyclingpapier Blauer Engel und danach FSC. Wer anfängt zu »mischen« und eine scheinbare Gleichgültigkeit an den Tag legt, wird von der Zielgruppe schnell abgestraft. Allerdings steht eines fest. Die Entscheidungen bedingen immer Veränderungen!

 

Scheinen nicht auf den ersten Blick nachhaltige Druckproduktion und Druckveredelung ein Widerspruch zu sein?
Auf den ersten Blick vielleicht – aber generell überhaupt nicht. Auch hier sind wir gerade dabei Grundlagen zu schaffen. Betrachten wir das Thema von 2 Seiten: Aus Sicht der reinen Veredelungen können heute Veredelungstechniken und Materialien eingesetzt werden, die nicht immer hoch energetische Prozesse bedingen. Weiterhin müssen wir lernen, eine neue Form der Veredelungsberatung zu etablieren. Ich meine damit nicht auf Teufel komm raus zu veredeln, sondern eine »angemessene Veredelung« einzusetzen. Das bedeutet dann ggf. nur eine Spot-Lackierung auf der Titelseite usw. Weiterhin können Veredelungen eingesetzt werden, die teilweise vernachlässigt werden, denken Sie nur mal an das Thema Formen, Optik und Haptik durch kreative Falzungen, Stanzungen und Prägungen.
Der 2. Ansatz ist sicher ebenso einleuchtend. Wenn man eine normal gedruckte Broschüre mit einem »Kommunikationswert« 1 belegt, wird deutlich, dass eine veredelte Broschüre mit dem gleichen Inhalt einen Mehrwert bietet, interessanter ist und für die Besitzer eine höhere Begehrlichkeit weckt. Somit bekommt das veredelte Druckprodukt einen höheren Kommunikationswert und ist somit nachhaltiger, weil es öfter benutzt wird. Aber auch hier fehlen noch empirische Zahlen, hier sind Forschungsergebnisse für die Zukunft gefragt.

 

Wie schätzen Sie die Akzeptanz der Branche für nachhaltig produzierte Printmedien ein?
Die einen sagen so, die anderen so… Im Ernst: Es gibt Druckereien, die »Klimaneutrale Druckprodukte« anbieten, nur weil die Kunden es verlangen, das ist für mich reines Green-Washing – was aber letztendlich nur bedingt verwerflich ist, denn letztlich ist das laut Kyoto-Protokoll auch Klimaschutz. Aber das ist sicher nicht unser Ansatz. Auf der anderen Seite gibt es eine Menge Druckereien, die das Thema leben und quasi damit geimpft sind. Das macht Spaß, denn hier sieht man auch, dass diese Leistungspartner auf einer neuen Kommunikationsebene mit dem Kunden stehen. Denn dadurch wird auch die Preissensibilität der Kunden in den Hintergrund gerückt. Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis.
Über die Branche gesehen sieht das ungefähr so aus: die Meisten sind Verweigerer, weil sie kein Interesse haben, das Thema mit zu gestalten, dann gibt es Interessenten, die aufgeschlossen sind, aber mit der Verfügbarkeit der Lösungen noch hadern, dann gibt es Green-Washer, die ihren Kunden gerecht werden wollen und natürlich die Überzeugungstäter.
Ich wünsche allen Überzeugungstätern, dass sie mit Ihrer Entscheidung ein deutliches Differenzierungskriterium schaffen und damit sehr erfolgreich sind. Wenn das Schule macht, können wir als Branche mit gutem Beispiel voran gehen.

 

Vielen Dank für das Interview.

 

Peter Reichard