Umwelt-Druck-Report von »Druckbesser«


 

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Im Juni berichteten wir bereits über die Umfrage des Portals »Druckbesser« über Wissen über und Akzeptanz von klimaneutral und ökologisch korrekt produzierten Drucksachen. Die Ergebnise sind nun im Umwelt-Druck-Report zusammen gefasst worden. Neben den Umfrageergebnisse gibt es noch eine vielzahl von Artikeln rund um das Thema.

 

Unter dem Motto »Aufklärung für mehr Bewusstsein« soll dieser umfassende Report Drucksacheneinkäufer zu mehr Eigeninitiative motivieren und über die wichtigsten Prozesse, Zertifikate und Labels der Druckbranche aufklären. Druckdienstleister können sich erstmals durch den Report und insbesondere durch die Ergebnisse der Umfrage an konkreten Informationen orientieren. Der Report ist kostenlos als ebook verfügbar und eine Weiterverbreitung ist ausdrücklich erwünscht.

 

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Gmund investiert in umweltfreundliches Kesselhaus


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Gmund ist bekannt für ihre Bemühungen um nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften. Gmund will seinen Beitrag zum Umweltschutz fortwährend verbessern und so wurde im Juni 2009 das neue Kesselhaus in Betrieb genommen – die bislang größte Einzelinvestition in den aktiven Umweltschutz.
 

Ab jetzt sorgt Erdgas für den nötigen Dampf in der Fabrik. Dank dieser Neuerung vermeidet Gmund 770 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO₂) im Jahr. Der Schwefeldioxidausstoß wird um 98 % und der Stickstoffausstoß um 68 % gesenkt. Der Ausstoß von Feinstaub ist nun nahezu bei null. Mit einem 2-stufigen Wärmetauscher wird der Hauptanteil der Wärme aus dem Abluftstrom zurückgewonnen und zur Erwärmung von Kesselspeisewasser sowie zum Vorwärmen der Verbrennungsluft genutzt. Die Abluft hat dann eine Temperatur von unter 90°C.

 

 



Nachhaltige Printproduktion – Interview mit Rüdiger Maaß, Geschäftsführer des Fachverband Medienproduktioner e.V.


Ich hatte jetzt die Möglichkeit mit Rüdiger Maaß ein kurzes Interview über Fragen der Nachhaltigkeit in der Printproduktion und die maassAzeptanz bzw. Nichtakzeptanz in der Branche zu führen.

Rüdiger Maaß ist seit 1998 als Geschäftsführer des Fachverband Medienproduktioner e.V. tätig. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er erfolgreich als Networker, Fachreferent und Moderator für die Kommunikations-industrie. Er arbeitet seit vielen Jahren als Fachjournalist in der grafischen Industrie. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Chefredakteur der Druckfachzeitschrift Print&Produktion startete er im April 2004 als Herausgeber und Chefredakteur die Kommunikationsplattform »VALUE – Das Magazin für Medienproduktion und Unternehmens-kommunikation«. In dieser Funktion war er bis Anfang 2007 tätig. Seit Februar 2007 ist er neben seiner Geschäftsführertätigkeit beim f:mp. als Unternehmens-, Marketing- und PR-Berater tätig.

 

Warum sollten Medienproduktioner oder auch Designer sich dieser Frage beschäftigen?
Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind keine Trend- oder Hyper-Themen – es sind Themen, die uns nie wieder loslassen und die neue gesellschaftliche Ausprägung in Richtung immaterieller Individualnutzen maßgeblich prägen. Die Zeit des unbewussten Massenkonsums ist vorbei – wir werden in Zukunft sicher bewusster leben, bewusster handeln und bewusster einkaufen. Diese Ausrichtung zeichnet sich schon heute ab – deutlich wird das bei der LOHAS-Zielgruppe, die schnell wächst.
Natürlich haben wir im Umfeld der Medienproduktion – also im gesamten Prozess der Mediengestehung eine maßgebliche Verantwortung für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Wir haben jetzt dich Chance das Thema freiwillig zu besetzen und proaktiv in unsere Geschäftsmodelle aufzunehmen. Natürlich haben wir auch jetzt noch die Möglichkeit das Thema mit zu definieren und zu entwickeln. Das finde ich eine tolle Chance. Das betrifft nicht nur die CO2-Vermeidungs- und Reduzierungsberatung, sondern auch die Definition eines neuen Umgangs miteinander. So z.B. den vertrauensvollen Umgang mit Leistungspartnern und deren Wertschätzung. Das schafft Arbeitsplätze, sichert erfolgreiche Geschäftsmodelle und und ist definitiv nicht nur auf den Preiseinkauf ausgerichtet. Nebenbei bemerkt schafft das auch mehr Qualität in der Printkommunikation, denn dadurch wird das Dienstleister-Hopping eingedämmt und wir sprechend wieder über andere Werte und Wertschöpfung in der Medienproduktion.

 

Wie kann man sich am besten selbst einen Überblick verschaffen? Denn allein die unterschiedlichen Zertifizierungen bei Papieren schaffen meist neue Fragen.
Das kann ich gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt, ist das Thema noch ganz am Anfang. Wir sind gerade dabei einige Definitionen aufzustellen und wollen damit einen Weg aufzeigen. Hier schätzen wir uns glücklich, dass wir starke Netzwerkpartner wie den WWF, FSC, ClimatePartner, die IPR, VDMA und andere wichtige Institutionen zur Seite haben. Das Thema können wir nur erfolgreich umsetzen, wenn wir Perspektiven und Ziele definieren, das machen wir gerade. Für einen Interessenten zum Thema ist eine Google-Recherche z.B. mehr als überflüssig, denn der Informations-Overflow ist gigantisch – es fehlt die Bewertung der Information. Mit der neuen Branchenplattform Media Mundo haben wir begonnen eine zentrale Informationsplattform zu schaffen – die wird weiter ausgebaut. Jeder der sich einbringen will, kann z.B. unseren neuen Media Mundo-Blog besuchen und bekommt sicher Hilfe und Antworten.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass man im Umfeld der Nachhaltigen Medienproduktion Entscheidungen trifft. Man braucht eine Strategie und diese verlangt Entscheidungen. So ist z.B. unsere Papierempfehlung eine klare Entscheidung für die besten Labels in diesem Umfeld. Recyclingpapier Blauer Engel und danach FSC. Wer anfängt zu »mischen« und eine scheinbare Gleichgültigkeit an den Tag legt, wird von der Zielgruppe schnell abgestraft. Allerdings steht eines fest. Die Entscheidungen bedingen immer Veränderungen!

 

Scheinen nicht auf den ersten Blick nachhaltige Druckproduktion und Druckveredelung ein Widerspruch zu sein?
Auf den ersten Blick vielleicht – aber generell überhaupt nicht. Auch hier sind wir gerade dabei Grundlagen zu schaffen. Betrachten wir das Thema von 2 Seiten: Aus Sicht der reinen Veredelungen können heute Veredelungstechniken und Materialien eingesetzt werden, die nicht immer hoch energetische Prozesse bedingen. Weiterhin müssen wir lernen, eine neue Form der Veredelungsberatung zu etablieren. Ich meine damit nicht auf Teufel komm raus zu veredeln, sondern eine »angemessene Veredelung« einzusetzen. Das bedeutet dann ggf. nur eine Spot-Lackierung auf der Titelseite usw. Weiterhin können Veredelungen eingesetzt werden, die teilweise vernachlässigt werden, denken Sie nur mal an das Thema Formen, Optik und Haptik durch kreative Falzungen, Stanzungen und Prägungen.
Der 2. Ansatz ist sicher ebenso einleuchtend. Wenn man eine normal gedruckte Broschüre mit einem »Kommunikationswert« 1 belegt, wird deutlich, dass eine veredelte Broschüre mit dem gleichen Inhalt einen Mehrwert bietet, interessanter ist und für die Besitzer eine höhere Begehrlichkeit weckt. Somit bekommt das veredelte Druckprodukt einen höheren Kommunikationswert und ist somit nachhaltiger, weil es öfter benutzt wird. Aber auch hier fehlen noch empirische Zahlen, hier sind Forschungsergebnisse für die Zukunft gefragt.

 

Wie schätzen Sie die Akzeptanz der Branche für nachhaltig produzierte Printmedien ein?
Die einen sagen so, die anderen so… Im Ernst: Es gibt Druckereien, die »Klimaneutrale Druckprodukte« anbieten, nur weil die Kunden es verlangen, das ist für mich reines Green-Washing – was aber letztendlich nur bedingt verwerflich ist, denn letztlich ist das laut Kyoto-Protokoll auch Klimaschutz. Aber das ist sicher nicht unser Ansatz. Auf der anderen Seite gibt es eine Menge Druckereien, die das Thema leben und quasi damit geimpft sind. Das macht Spaß, denn hier sieht man auch, dass diese Leistungspartner auf einer neuen Kommunikationsebene mit dem Kunden stehen. Denn dadurch wird auch die Preissensibilität der Kunden in den Hintergrund gerückt. Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis.
Über die Branche gesehen sieht das ungefähr so aus: die Meisten sind Verweigerer, weil sie kein Interesse haben, das Thema mit zu gestalten, dann gibt es Interessenten, die aufgeschlossen sind, aber mit der Verfügbarkeit der Lösungen noch hadern, dann gibt es Green-Washer, die ihren Kunden gerecht werden wollen und natürlich die Überzeugungstäter.
Ich wünsche allen Überzeugungstätern, dass sie mit Ihrer Entscheidung ein deutliches Differenzierungskriterium schaffen und damit sehr erfolgreich sind. Wenn das Schule macht, können wir als Branche mit gutem Beispiel voran gehen.

 

Vielen Dank für das Interview.

 

Peter Reichard
 



Umfrage: Wie ökologisch drucken/denken Sie?


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Die Druckbranche formiert sich trotz massiver wirtschaftlicher Probleme neu. Im Angebot stehen klimaneutrale und ökologisch korrekte Drucksachen. Wir möchten hiermit auch die Umfrage, initiiert vom Internetportal druckbesser.de, unterstützen. Unter dem Titel »Die 10 grünen Tage« wird diese Studie am 29. Juni 2009 im Rahmen einer Pressekonferenz als Gesamtwerk der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

 

Die Studie gibt Printbuyern Aufklärung über die wichtigsten Siegel und Zertifikate, enthält Unternehmensportraits, Interviews, Hintergrundinformationen, einen Druckdienstleister-Vergleich sowie das Ergebnis der Printbuyer-Umfrage. Die Studie soll Drucksacheneinkäufer und Druckdienstleister für das Thema interessieren und sensibilisieren. Für interessierte Druckdienstleister, die bislang unentschlossen sind, liefert die Studie außerdem wesentliche Entscheidungskriterien für den Einstieg in eine umweltbewusste Produktion.

 

Seit 1. Juni 2009 können Drucksacheneinkäufer überdies im Verzeichnis von druckbesser.de über eine Filtergruppe und verschiedene Filterpunkte nach Druckdienstleistern suchen, die bestimmte umweltbewusste Kriterien erfüllen.

UPDATE, 3.7.09: Die Umgfrage ist beendet.


 

Peter Reichard