Interview:Der MfG-Award betont die Stärken von Print


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Es geht um das Zusammenspiel von Idee, Design, Produktion und Nutzen – auch in der neuen Kategorie „Individualität“. Noch bis zum 16. August 2013 können Designer, Druckspezialisten und ihre Auftraggeber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Nachwuchsdesigner und Aus-zubildende ihre besten Druckerzeugnisse zum MfG-Award des Bundesverbandes Druck und Medien einreichen. Die 2012 durch Thilo von Debschitz initiierte Neuausrichtung des Wettbewerbs mit ihren neuartigen Kategorien „Emotion“, „Raffinesse“, Vereinfachung“, „Umweltbewusstsein“ und „Debüt“ war ein voller Erfolg. Vor allem die Arbeiten der „Debütanten“ haben die Jury begeistert. Dieses Jahr ist eine weitere Sachgruppe hinzugekommen: „Individualität“. Auch die Jury ist teilweise neu besetzt.

Über den aktuellen Stand sprach Silvia Werfel mit der amtierenden Juryvorsitzenden Stephanie Podobinski.

 

Frau Podobinski, die Kategorien „Raffinesse“ und „Emotion“ kamen vergangenes Jahr besonders gut an. Hier gab es besonders viele Einreichungen und eine durchweg hohe Qualität zu verzeichnen. Kann man hier kreativer sein als in den anderen Sparten?

Bei „Raffinesse“ geht es naturgemäß um Außergewöhnliches – um ungewohnte Forma-te, Materialien, um ausgetüftelte Falztechnik oder innovative Veredelung. Das ist ein ideales Spielfeld für Kreative. Ob Briefbogen mit Origamikunst, opulente Einladungskar-ten oder effektvolles Pop-up-Buch – die unterschiedlichsten Drucksachen kann man raffiniert aufwerten – und das nicht nur physisch, sondern auch durch eigenartige, un-gewöhnliche Gestaltungsideen. Für die Kategorie „Emotion“ gibt es eine ähnliche Band-breite. Ob Werbung, Plakat oder Geschäftsbericht – man erreicht die Menschen am besten, wenn man ihr Herz berührt, mit guten Geschichten und überraschenden Insze-nierungen.

 

In den Sparten „Umweltbewusstsein“ und „Vereinfachung“ war die Beteiligung ein wenig mau. Worum geht es genau bei diesen Kategorien?

Nachhaltig zu produzieren, ist das Gebot der Stunde. Hier geht es also um Ideen für den umweltbewussten Umgang mit Ressourcen. Ausgezeichnet werden Drucksachen, die Recycling- oder wenigstens zertifizierte Papiere verwenden, die möglichst wenig Che-mie einsetzen und Energie und Material sparen – wie zum Beispiel der Produktkatalog, der auf gestrichenes Papier verzichtet; das Mailing, das mit einer Seite auskommt und trotzdem überzeugt; die Verpackung, die gleichzeitig das Produkt ist, etc. Das wäre beim MfG-Award unter dem Stichwort „Umweltbewusstsein“ einzureichen. Aber auch in dieser Kategorie erwarten wir Arbeiten, die erst durch das perfekte Zusammenspiel von Idee, Gestaltung und Umsetzung, Auszeichnungswürdigkeit erlangen. Alleine die Entscheidung für Recyclingmaterialien macht eine Arbeit noch nicht besonders. Für die Kategorie „Vereinfachung“ gilt: Wenn mich ein kluger Faltplan, ein klar strukturiertes Formular oder eine gelungene Gebrauchsanweisung zielsicher durch komplizierte Sachverhalte führt, dann ist das womöglich preiswürdig.

 

Was hat es mit der neuen Kategorie „Individualität“ auf sich?

Ausgezeichnet werden hier Drucksachen, die in hohem Maße Nutzer-orientiert konzi-piert sind – zum Beispiel Directmails mit individueller Ansprache, handschriftlich personalisierte Einladungen oder Kleinstauflagen. Print kann ein sehr persönliches Medium sein. Gerade der Digitaldruck bringt in Kombination mit anderen Druckverfahren überzeugende, werbewirkungsstarke Druckprodukte zu Stande.

 

Zur Jury: Sie haben einige neue Juroren mit an Bord …

Ja, neu sind die Gestalter Andreas Karl aus Wien, Andreas Koop aus dem Allgäu und Hendrik Heidenreich aus Bünde – alle herausragende Experten ihres Faches. Andreas Karl ist mit über fünfzig Arbeiten im amerikanischen Jahrbuch der besten Markenzeichen »LogoLounge 4« vertreten und bringt Erfahrung aus mehreren internationalen Designjurys mit. Die stets nach ökologischen Gesichtspunkten gestalteten Arbeiten von Andreas Koop, der übrigens auch sehr amüsante, fachkundige Vorträge hält, wurden vielfach national und international ausgezeichnet. Gleiches gilt für Hendrik Heidenreich und sein Unternehmen Heidenreich Print, das auf Premium-Druckprodukte und den kreativen Einsatz von Veredelungstechniken spezialisiert ist. Domic Brighton kommt für Bettina Schulz von der Zeitschrift novum. Das sind die neuen Gesichter in der Jury, zu der ansonsten Thilo von Debschitz und Jörg Waldschütz aus Wiesbaden, Detlef Westenberger aus Kriftel, Ivica Maksimovic aus Saarbrücken, Jean Jacques Schaffner aus Basel und Armin Lindauer aus Mannheim zählen. Alles ganz fabelhafte, integre Persönlichkeiten, die die Qualität des MfG-Award sicherstellen. Wessen Arbeit von dieser Jury ins Finale gehoben wird, der darf sich wirklich auf die Schulter klopfen!

 

Steht der Termin für die Preisverleihung schon fest?

Ja, die Preise werden diesmal am Donnerstag, dem 10. Oktober, während der Frankfurter Buchmesse verliehen. Wie immer gibt es auch ein Rahmenprogramm. Ort der Preis-verleihung ist die Bühne des Forum Verlagsherstellung in Halle 4.0 auf dem Messegelände.

 

Stichwort Teilnahmegebühren: Im Reigen der Designwettbewerbe hebt sich der MfG-Award bewusst ab.

Ja, im positiven Sinne. Wir wollen besonders auch kleineren Agenturen, Freelancern, Gründern und insbesondere dem Nachwuchs die Möglichkeit zur Teilnahme ermöglichen. Deswegen ist mir der MfG-Award so sympathisch, aus diesem Grund engagiere ich mich dort auch. Mit 125 Euro für eine Einzelarbeit ist man dabei oder mit einmalig 175 Euro für eine mehrteilige Serie. Studierende bezahlen 25 Euro. Weitere Kosten fallen nicht an, ganz egal, ob jemand gewinnt oder nicht, auch nicht für die Broschüre mit den Preisträgerarbeiten. Deshalb findet man auf den Teilnehmerlisten der zurück-liegenden MfG-Awards nicht nur die Namen bekannter großer Designbüros, sondern auch Einzelpersonen und kleine Agenturen. Also mitmachen!

 

Frau Podobinski, vielen Dank für das Gespräch!
Informationen und Anmeldung unter www.mfg-award.de

 

 


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