Visitenkarte made by Rastersysteme


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Druck- und typografieaffine Webdesigner? Ja es gibt sie und einer ist Stephan Zavodny aus Berlin. In seinem Blog schildert er sozusagen das Making-of seiner eigenen Visitenkarten. Hier beschreibt er seine Motivation sich bei dem Aushängeschild an einen Druckexperten wie Martin Z. Schröder von der Druckerey zu wenden.

 

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»Für meine neuen Visitenkarten wollte ich nicht nur eine außergewöhnliche Schrift, auch die Art des Drucks war mir enorm wichtig. Dabei kam eine Karte aus dem üblichen Offset-Druck oder noch schlimmer aus dem Digitaldruck, die man gefühlt in neun von zehn Fällen in der Hand hält, nicht in Frage. Nein, ich wollte etwas Besonderes. In meinen Bookmarks fand ich dann per Zufall einige Beispiele, die im amerikanischen Letterpress-Verfahren gedruckt worden sind. Ich war abermals sehr angetan davon, denn bei dieser Methode entsteht durch die Hochdruckform eine Prägung im Papier – die Schattierung –, die man auf der Rückseite ertasten kann.«

 

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Beim Besuch in der Druckerey erfuhr er, dass die Visitenkarten mittels Magnesium-Klischee, eine Art Stempel, gedruckt werden müssen. Damit man die Schattierung auf der Rückseite ertasten kann, ist man gezwungen sehr hohen Druck auf das Papier auszuüben. Bleilettern würden in dem Fall zerstört werden, weil sie zu weich sind. Das Magnesium-Klischee dagegen ist hart genug und hält ohne weiteres dem Druck der Boston-Klapptiegelpresse stand.

 

Abgerundet wurde das gesamterscheinungsbild mit einem seitlichen farbschnitt in leuchtendem Grün:
»Zu guter Letzt hatte ich noch einen speziellen Veredelungswunsch und hoffte, dass mir mein Drucker diesen ebenfalls erfüllen kann: Die Visitenkarten sollten an den Kanten mit einem Farbschnitt versehen werden. Was soll ich sagen, er war nicht nur sehr angetan von der Idee, er setzte meinen Wunsch auch bestens um. Sowohl beim Anfertigen des Farbschnitts als auch beim darauf folgenden Andruck der Karten konnte ich ihm über die Schulter gucken. Heutzutage ist man es ja gewohnt, dass alles automatisch und auf Knopfdruck von statten geht. Nicht so in der Offizin von Martin Z. Schröder, hier ist präzise Handarbeit an der Tagesordnung, was ich sehr zu schätzen weiß. Abschließend lässt sich sicher festhalten, dass ich mit dem Ergebnis äußerst zufrieden bin und die Druckerey auf diesem Wege gern weiterempfehle.«

 

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Design Stephan Zavodny

Druck Hochdruck, prägender Druck mit Schattierung auf der Rückseite Martin Z. Schröder

Veredelung vierseitiger Farbschnitt Martin Z. Schröder

Papier Römerturm Precioso weiß matt 300g/m²

Format 90 mm x 45 mm
Schrift Skolar von David Březina, Label Typetogether

 

(Bildquelle: Rastersysteme)

 


13 Kommentare, Kommentar or Ping

  1. Beeindruckende Arbeit. Gratulation. Kennt jemand ähnlich gute Druckereien für solche kleineren Auflagen im Raum Frankfurt?

    August 4th, 2009

  2. Hallo,
    ich denke, dass Bölling Prägedruck sicherlich hierfür die ebste Adresse ist hier in der Region ist. Die sitzen in Bad Soden. http://www.boelling.com

    August 4th, 2009

  3. Ich freue mich sehr über die Darstellung. Vielen Dank! Es kommt sehr selten vor, daß man von einem Kunden zu einer neuen Technik angeregt wird. Seit dieser Visitenkarte gibt’s bei mir den Farbschnitt.

    Die Druckerey liefert übrigens weltweit, nur mit dem Über-die-Schulter-Gucken klappt es nicht ohne Reisen.

    Bölling macht sehr gute Arbeiten, empfehle ich auch.

    August 4th, 2009

  4. Danke für den Tipp. Schon die Website macht einen guten Eindruck…

    August 5th, 2009

  5. Die Londoner Kollegen von “Hand & Eye” erzählten gerade davon, wie der Buchdruck heute wahrgenommen wird. Ich werde auch oft gebeten, etwas mehr zu prägen. Aber Blei darf das Papier nur “küssen”, nicht quetschen. Man weicht dann auf Kunststoff oder Magnesium nach digitaler Vorlage aus:

    http://handandeye.wordpress.com/2009/08/15/the-kiss/

    In England und Amerika ist der Letterpress-Bedarf so groß geworden, daß Crane dafür ein eigenes Papier entwickelt hat:

    http://www.crane.com/cranelettra/home.html

    Aber niemand vertreibt Crane-Papiere für Druckereien in Deutschland. Ich habe nun an Crane direkt geschrieben, damit ich an den “fluffy” Karton gelange, in den man vom Klischee sichtbar tiefer prägen kann. Über die Schweiz möchte ich es nicht beziehen, der Zoll ist nicht unerheblich. Ob die Papierbotschaft noch einen Tip hat? Und wenn ich das Material testen kann, liefere ich gerne einen Testbericht. Bislang setze ich hochvolumige Papiere aus Italien und England ein.

    August 17th, 2009

  6. Hallo lieber Kollege,

    vielleicht könnten Sie mal bei König & Lerch anfragen, ob die nicht das Papier in ihr Angebot aufnehmen möchten und den Vertrieb übernehmen können. Sonst fällt mir auf Anhieb keine andere Möglichkeit an, an das Papier ran zu kommen.

    August 17th, 2009

  7. Gute Idee, danke! König & Lerch liefern mir gerade ein Feinpapier aus England. Feinkarton von Color Matters bis 700g/m²!

    August 17th, 2009

  8. wir machen gerade unsere neuen Medien bei Bölling im Boston-Tiegel-Style(auch mit roter Seitenlackierung) auf 600 g Cotton-Papier aus den Staaten, dass Marco Böllig für uns organisiert hat (leider saugt das Papier so brutal, dass es für Inkjetdruck nicht geeignet ist, insofern ist das Briefpapier nur normales Strathmore Writing). Bisher war die Zusammenarbeit mit Böllig traumhaft – kompetente Beratung und perfekter Service, wie man sich das als Designer nur wünschen kann.

    Ein ähnlich guter Partner ist Max Sames für alle Stationery-Medien und Prägeveredelungen (Stahlstich usw). Thomas Krohn lässt sich auch durch die seltsamsten Wünsche nicht aus der hanseatischen Ruhe bringen. Wir machen da gerade Stahlstich mit bedruckter Rückseite und runden Ecken und selbst endlose Hin- und Her-Änderungen sind großartig gelaufen.

    Und wie nett zu sehen, dass bei der Druckerey per Klischee auch jede denkbare Typo machbar ist – ich muss mir endlich einen Kunden suchen, den ich bei dir produzieren kann. Irgendwann kommt das und ich freu mich jetzt schon drauf.

    August 24th, 2009

  9. Den 600g-Karton hatte ich auch gerade in der Presse, teste aber noch weiter. Kommt von Crane, einer großen amerikanischen Papiermühle, die auch das Papier für die Dollarnote macht. CraneLettra, siehe oben. Ist wirklich sehr weich. Und das 120g-Papier saugt Tinte wie Löschpapier, damit ist nicht viel anzufangen. Also im Druck ist es sicherlich prima, aber man kann nicht mit Tinte darauf schreiben.

    König & Lerch http://www.koenig-lerch.de/ liefern aber nicht nur Crane, sondern auch “Colour Matters!”, den gibt es in etlichen Farben und bis 700g/m². Auf 540g/m² habe ich kürzlich Visitenkarten vom Klischee gedruckt, auch mit Farbschnitt.

    August 25th, 2009

  10. Volker Heuer

    Hallo zusammen,

    wirklich sehr schöne Arbeit… Das mit dem Farbschnitt hatte ich für meine Karten und in Zukunft meiner Kunden auch schon in die engere Auswahl genommen.

    Habt Ihr vielleicht einen Tipp, wo in München ein solcher Druck-Handwerker zu finden ist?

    Ansonsten werde ich Martin Schröder mal direkt anfragen.

    Gruß aus München,

    Volker

    September 3rd, 2009

  11. Zum Tagesgeschäft der Berliner Druckerey gehört weltweite Lieferung, nach München ist es also nicht zu weit.

    September 9th, 2009

  12. Wunderschön sind sie geworden, genau so etwas möchte ich auch gerne :)
    Herzlichen Glückwunsch an Auftraggeber und Drucker!

    Februar 16th, 2010

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