Als wir vor 5 Monaten mit Papierbotschaft begonnen haben, hatten – und haben wir immer noch – das Ziel Informationen über Papiere und Druckveredelung zu bündeln. Daraufhin haben wir rund 15 Papierhersteller und Großhändler angeschrieben, einige sogar mehrfach. Aber nur selten bekamen wir Antwort, geschweige denn Papiermuster bzw. Pressemitteilungen. Natürlich gibt und gab es auch Ausnahmen, wo sich mittlerweile schon eine gute Kommunikation ergeben hat. Dass nur wenige die sogar kostenlose Möglichkeit zur Werbung auf Papierbotschaft mit monatlich über 20.000 Leser nicht nutzt ist mir unerklärlich. Was sind die Gründe? Unwissenheit, mangelnde interne Kommunikation über unsere Anfragen, Ignoranz von Marketing?
Als ich jetzt auf den Mailingtagen war, hat sich mein Eindruck bestätigt, dass wohl die Denkweise vorherrscht, dass sich Papier mehr oder weniger von selbst verkäuft. Der Stand von Schneider Söhne war ästhetisch schön, aber visuell völlig unterkühlt und alles andere als einladend. Mehr wie eine moderne Lounge, denn Informations- und Beratungstreffpunkt für Papier. Die Mitarbeiter standen hinter einem Tresen und in den Nischen, wo sonst Spirituosen-Flaschen stehen könnten, einige Papiermusterbücher. Papier zum Anfassen – Fehlanzeige.
Bei Igepa war die Situation anders, aber auch nicht befriedigend. Beim Gespräch wurde mir zugesichert, dass man sich darum kümmern werde, uns mit Informationsmaterial zu versorgen. Dem Mitarbeiter war dies zumindest peinlich mal sehen ob es sich etwas ändert. Vor Ort wurde mir nur eine Musterbuch für Rollenpapiere angeboten. Als ich erwähnte, dass wir hauptsächlich Projekte im Bogenbereich haben, bekam ich zwar den opulenten Papierfächer, aber nicht die aktuellen Papiermusterbücher z.B. von »Coffee to Print« – obwohl sie hinter dem Tresen auslagen. Ich dachte mir eben, schauen wir mal ob ich sie mit der Post demnächst bekomme.
Dann ging ich zum Stand der Deutschen Papier. Schwerpunkt am Stand war das Thema Umweltschutz, es lagen die verschiedenen Broschüren aus. Dazu völlig unpassend wurde mir ein Getränk im Plastikbecher angeboten. Als Give-away konnte man einen geflochten Hut aus Bananenblättern oder ähnlichem zur Unterstreichung des Umweltthemas bekommen. Ich habe nicht gefragt unter welchen Arbeitsbedingungen sie gefertigt wurden und welche Schiffs- oder Flugwege dafür genutzt wurden. Doch am meisten störte mich, dass die Mitarbeiterin im Gespräch nicht unbedingt mit Fachwissen glänzte. Immerhin gab sie zu dass sie dieses und jenes Papier noch gar nicht wirklich selbst kenne. Entweder wurde die Schulung der Messemitarbeiter vernachlässigt oder einfach auch die falschen Mitarbeiter geschickt. Beratungskompetenz in Schulnoten ausgedrückt »Vier Minus«.
Verkäuft sich Papier von selbst? Nein, sonst wäre die Lage auf dem Papiermarkt eine andere. Um so unverständlicher ist, dass man sich als Kunde, insbesondere als Designbüro, von einigen Papieranbietern nicht ernstgenommen und erst recht nicht gut beraten fühlt.
Peter Reichard







5 Kommentare, Kommentar or Ping
Danke für deinen Bericht. Was ich persönlich mir wünschen würde ist auch eine etwas größere Bereitschaft Papierproben unentgeldlich für Studenten zu bekommen. Bei einigen Händlern ist dieses zwar möglich, aber dann wiederum nicht bei allen Papieren und wenn dann auch meistens nur einen Bogen. Als Student benötigt man meistens nicht so viele Bogen, dafür muss man aber eine Auswahl aus vielen in Fragen kommenden treffen. Bei der Präsentation eines Projektes wird dann sogar noch auf das Papier genauer eingegangen und auch der Hersteller und die Umweltverträglichkeit genannt. Hier sehe ich für die Papierhersteller eine Möglichkeit Werbung direkt an der Quelle der kommenden Entscheider zu platzieren. Auch kann man zu den Designern so eine gute Basis für die spätere Berufslaufbahn aufbauen. Denn bei Firmen, mit denen ich vertraut bin und welche einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen haben werden natürlich als erstes kontaktiert.
Juni 27th, 2009
Mit der Igepa habe ich bisher immer sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ich arbeite in einer Werbeagentur, wir zeigen unseren Kunden natürlich die Papiermuster, die sie bekommen könnten bzw. für ihre Broschüre benutzen könnten. Ich frage telefonisch oder per E-Mail auch oft Muster an, die dann direkt zum Kunden geschickt werden. Unsere Igepa-Ansprechpartnerin kommt relativ häufig vorbei und zeigt uns aktuelle Papiere, die Muster dürfen wir natürlich behalten. Unsere Ansprechpartnerin steht uns auch immer zur Verfügung wenn wir Fragen zum Papier haben, oder wenn wir Empfehlungen benötigen…
Im Gegensatz dazu fand ich mein letztes Gespräch mit der Papier Union sehr dürftig – die Vertrieblerin kam vorbei, blätterte schnell die Muster durch und war wieder verschwunden. Innerhalb von 5 min. :-)
Juli 8th, 2009
Nein, Papier verkauft sich nicht von selbst. Ich habe leider die Mailingtage in Nürnberg verpasst und kann mir kein Bild von Beratungsqualität machen. Letzlich stehtnund fällt Beratung mit dem Interesse und der Qualifikation der Personen. Muster durch die Republik zu schicken ohne zu erwähnen wo, wieviel und ob es überhaupt zum gewünschten Einsatzzweck passt ist sicherlich gut für UPS aber schlecht für das gemeinsame Geschäft. Die Tools sind in der Regel sehr ordentlich – punkto Umwelt dürfte die Deutsche Papier mit ihren Info-Materialen vorne liegen – aber ohne persönlichen Kommentar nützen diese herzlich wenig.
Auf jeden Fall ein offener Bericht von Peter gBngarth, der zur Besserung gemahnt. Auf ein Neues – in Nürnberg und anderswo!
Axel Frevert
Juli 8th, 2009
Hallo,
schön, das sich hier einige Kollegen mit andere Erfahrungen und auch Vertreter der Papiervertriebe hier zu Wort melden. Kommunikation ist der Anfang für die Verbesserung der Situation.
Herr Frevert, ich habe ja gar nich gefordert dass blind Infomaterial durch die Lange geschickt werde solle. Und auch keine Kritik an der Qualität der Unterlagen von Deutsche Papier. Es ging mir um die Beratunsgqualität und um die Glaubwürdigkeit in Punkto Nachhaltigkeit, wenn Plastikbecher für Getränke gereicht werden.
In Punkto Igepa kann ich mittlerweile vermeldem, dass man sich mit uns in Verbindung gesetzt hat und ein Termin vereinbart wurde.
Juli 8th, 2009
Am vergangenen Donnerstag wurde mir von der Firma “Deutsche Papier” eine Lieferung eines Gmund-Kartons für Freitag bis 13 Uhr zugesagt. Es war mein erster Auftrag, ich beziehe sonst Papier vor allem von Römerturm, manchmal Schneidersöhne und Igepa und von ausländischen Lieferanten.
Freitag um 12.45 Uhr war die Maschine zum Druck eingerichtet für diesen Expreßauftrag. Ich rief bei der Deutschen Papier in Leipzig an, und zwar mußte ich dreimal anrufen, bis ich um 13.15 Uhr einen Rückruf erhielt mit der Mitteilung, das Papier sei gar nicht in der Auslieferung, komme also nicht nur später, sondern gar nicht. Davon hätte man mich bereits morgens in Kenntnis setzen können. Ich hatte die Maschine umsonst eingerichtet und bekam heute ein Papier eines anderen Herstellers, nachdem ich meine Kundin informiert habe, daß ich keinen Lieferanten für dieses Papier habe. Die Geschäftsbeziehung zur Deutschen Papier habe ich gleich wieder beendet und an Gmund geschrieben, ob man die Exklusivität unzuverlässiger Lieferanten umgehen kann. Bin gespannt, was da kommt. Anders als Zerkall oder Arjowiggins hat Gmund seine Marken exklusiv auf Großhändler aufgeteilt.
Römerturm, Igepa und Schneidersöhne liefern zuverlässig, wenn es um Expreß geht, ggf. gegen Aufpreis, aber das ist eine andere Frage. Nur wer mit seinen Kunden nicht redet, wenn es ein Problem gibt, von dem mag ich nichts kaufen.
August 17th, 2009
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